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Australienreise
Australien von Februar bis April 2000

von Ulf Schreiter

6.2. - Abreise
Endlich! Diplomarbeit verteidigt, Studienzeit beendet, Rucksack gepackt - 8 Wochen Australien stehen meinem Kumpel Ingo und mir bevor. Eine Zeit, die wir niemals vergessen werden. Unser Flug startet 19.15 Uhr vom Flughafen Berlin-Tegel. British Airways hat versprochen uns sicher und pünktlich in Sydney einzufliegen - und hat ihr Versprechen gehalten. Um 21.40 Uhr setzen wir zu einem kurzen Zwischenstop in London Heathrow an. Kurz darauf geht's weiter nach Bangkok ...

7.2. - Über den Wolken
... wo wir gegen 17.00 Uhr Ortszeit noch einen kurzen Stop einlegen. Zwischendurch haben wir die Ehre, das Pamirgebirge aus dem Cockpit der Boing 747 zu betrachten (mittlerweile unvorstellbar) - phantastisch. Langsam meldet auch der Körper erste Schwächen aufgrund der Dauersitz- und Dauertrinkveranstaltung an. Ingo’s physischer und psychischer Zustand ist stark geprägt vom vorabendlichen Cocktail bestehend aus Tetanus-, Hepatitis- und weiteren Vorsorgeimpfungen. (Tipp: Diese Impfungen einige Wochen vor der Reise durchführen lassen UND vor allem nicht alle auf einmal!). Aber auch meine Birne rächt sich für den Schlafentzug kombiniert mit der Bordbar durch Desinteresse des Gehirns für den wachen Körper. Da hilft nur noch dasitzen, lächeln und abwarten ...

8.2. - Bodenkontakt
6.10 Uhr Ortszeit - das Flugzeug schmiegt sich sachte an die Landebahn an und lädt uns auf dem Flughafen Sydney ab. Erstaunlicherweise haben wir keinerlei Probleme mit unserem Gepäck bzw. dem Zoll. Gleich am Flughafen holen wir unseren fahrenden Untersatz Marke »Ford Festiva« aus dem Stall und satteln ihn für die bevorstehende Reise. Ein scharfer Blick direkt in die Frontscheinwerfer lässt grenzenlose Panik des Fords erkennen. Obwohl mein Kopf scheinbar immer noch 80% taubes Gehirn enthält, hab ich mich gleich todesmutig hinters Steuer geklemmt (zu Ingo's Entsetzen). Linksverkehr - welch eine Freude! Nach einigen Frontalattacken auf einheimische Autos habe ich mich dann doch auf das ungewohnte Verkehrssystem umgestellt. Nur das Einbiegen (nach links!) in den Kreisverkehr muss ich noch etwas üben ... Trotzdem haben wir es geschafft unser Gefährt ohne Beulen bis zum nächsten Supermarkt zu lenken, um uns am Kühlregal von den 50°Celcius Außentemperatur zu erholen und außerdem im Fordi den Supermarkt im Miniformat nachzubauen (zumindest was die Nahrungsmittel betrifft). Gut ausgerüstet geht’s gut 140 km an der Küste entlang Richtung Norden. Wir schlagen unser Nachtquartier auf dem Zeltplatz des »Toowoon Bay Tourist Park« in The Entrance auf, um uns von den Strapazen der Reise erstmal zu erholen. Ein Bad im Meer und ein ausgiebiges Essen beleben unsere im Streik stehenden Körper wieder.

9.2. – Erste Eindrücke
Dank der Zeitverschiebung komme ich endlich auch mal in den Genuss vor 12.00 Uhr mittags ausgeschlafen zu sein. Also nix wie raus aus dem Schlafsack – schließlich ist es ja schon 4.30 Uhr morgens!!! Heute steht unser erster Naturkontakt an. Dafür haben wir uns eine (sehr) kleine Runde im „Wyrrabalong National Park“ ausgesucht. Freudig begrüßt uns auch gleich eine ca. 1,5 m große Echse mit lautem Getöse (ohne Rücksicht auf unser schreckhaftes Gemüt zu nehmen). Der Aufregung nicht genug, beschließt Ingo heute seine ersten Linksfahrversuche durchzuführen – schließlich haben wir auch das überlebt und lassen den heißen Tag noch mit einem Bad im Meer ausklingen.

10.2. – Es gibt sie doch!
Da ich mich nun einmal daran gewöhnt habe, stehe ich wieder gegen 4.30 Uhr auf und warte geduldig, bis die ersten Sonnenstrahlen über’s Meer kriechen. Heute führt uns die Fahrt über Newcastle und Dungog in den 210 km entfernten »Barrington Top NP«. Auf einem netten Zeltplatz im NP haben wir dann auch unser Lager aufgeschlagen. Ein kleiner Rundgang gibt uns den endgültigen Beweis, dass wir nun in Australien sind – wir sehen unser erstes Kangoroo. Wenn wir gewusst hätten, dass dieses Exemplar nur der Vorbote eines riesigen Völkerstammes dieser australischen Beuteltiere ist, wäre unsere Begeisterung etwas verhaltener ausgefallen.

11.2. – Die Natur ruft ...
... und wir Trottel laufen los. 8.00 Uhr marschieren wir von »Lagoon Pinch« (700 m) Richtung »Careys Peak« (1540 m) los.Schmetterling Nach einigen Stunden erreichen wir dann auch den Ausgangspunkt unserer Wanderung auf dem Plateau – jetzt kann’s endlich richtig losgehen. Wir genießen noch eine Weile die Aussicht vom »Careys Peak« und starten unsere Wanderung auf diesem herrlichen Hochplateau. Ein kurzer Blick in’s »Big Hole« und einige Stunden Fotojagd auf dämliche Papageien (die absolut nicht still sitzen wollen) lockern unseren Gewaltmarsch noch etwas auf. Nach ca. 36 km erreichen wir (fast) vollkommen erschöpft und mit 3 m langer Zunge wieder »Lagoon Pinch«. Mittlerweile ist es schon 17.15 Uhr – höchste Zeit sich mit einigen Tonnen Spaghetti zu mästen. Wir sind zwar noch nicht ganz schmerzfrei – aber trotzdem kategorisieren wir diesen Tag unter der Rubrik »phantastisch«.

12.2. – Dangar Falls
Nach einem kurzen Abstecher in den „Burraga Swamp“ (na ja – bei besserer Sicht sicherlich sehr interessant) geht die Fahrt 400 km Richtung Norden. Ein Fahrtag muss halt auch mal sein. Nach einigen Kilometern noch über die Buckelpiste erreichen wir dann endlich die „Dangar Falls“. Da es mittlerweile stark regnet, wir Weicheier sind und die angrenzende Picknickhütte über einen Kamin verfügt, entschließen wir uns kurzerhand dieses Gebäude als Nachtlager zu missbrauchen. Bei diesem Wetter traut sich eh kein Ranger hier raus. Eine ordentliche Portion Chilly Con Carne sollte auch noch die letzten Eindringlinge vertreiben ...

13.2. - ... und es regnet immer noch
Trotzdem unternehmen wir einen kleinen 12-km-Trip rund um die „Dangar Falls“– wer weiß, wann wir das nächste Mal wieder hier sind. Die Gegend ist wirklich zu empfehlen und bei schönem Wetter sind die Blicke auf die Falls schon einige Bilder wert. Anschließend geht’s nach Armidale, ein nettes mittelgroßes Städtchen. Den Rest des Tages vergammeln wir mit Kartenschreiben und der Reiseplanung für die nächsten Tage.

14.2. – New England NP
Eigentlich beginnt der Tag relativ sonnig ... aber dann! Den trockenen Teil des Tages nutzen wir um uns noch einmal Armidale etwas genauer anzuschauen.Waldspaziergang Genug »Stadtleben« – jetzt geht’s endlich wieder in die Natur. Auf der Fahrt zum »New England NP« ist auch noch ein kleiner Abstecher zur »Hillgrove-Mine« drin. Dank ausgereifter Tagesplanung findet die Wanderung im Nationalpark dann im Regen statt. Trotzdem sehr eindrucksvoll und spannend über schlammige und glitschige Pfade durch den Wald zu stromern!. Da uns der Regen nicht allzu viele Alternativen offen lässt, entscheiden wir uns gleich bis zum »Dorrigo NP« durchzufahren. Zum Trost feiern wir noch eine kleine Spaghettiorgie in unserer Luxuslimousine. Wer kennt nicht die aufkommende Faulheit nach einem ausgiebigen Fressgelage – na ja, so schlecht schläft es sich auch nicht im Auto. Wenigstens sparen wir uns den Aufwand, im Regen unser (mittlerweile dauernasses) Zelt aufzubauen.

15.2. – Angriff der Saugmonster
Nachdem wir unsere Knochen wieder einigermaßen auseinandergefaltet haben und die Verspannungen sich zu lösen beginnen, wagen wir auch mal einen Blick aus dem Autofenster – es regnet (war doch klar – schließlich sind wir ja auch im Regenwald). Eisern, wie wir sind, schreckt uns das natürlich überhaupt nicht ab, um einen 6 km Marsch durch den »Dorrigo NP« anzutreten. Allerdings müssen wir feststellen, dass auch andere Lebewesen sich bei diesem Wetter pudelwohl fühlen. Ein interessierter Blick auf meine Hand lässt mich erkennen, dass sich da irgendwas verändert hat. So einen schwarzen Auswuchs, der sich zudem noch bewegt, hatte ich doch vorher noch nicht!?! Nicht häufig genug gewaschen? Schlüpfen die ersten Larven in meinem Körper? Schaffe ich’s noch bis zum Auto?!!! Was soll’s – mal herzhaft an dem schwarzen Ding gezogen und weg ist es. Da dürfte doch das Schlimmste überstanden sein. Weit geirrt! Da wir unsere Neugier nicht stillen können, wagen wir es doch, nach der Wanderung uns unserer Kleidung zu entledigen – Sondermüll. Unser ganzer Körper (inklusive Hosen und Schuhen) ist mit diesen abartigen Blutegeln übersät. Die saugfreudigsten Exemplare haben mittlerweile schon eine Größe von einigen Zentimetern erreicht. Messer raus und schneiden (natürlich die Viecher!). Nach einigen Stunden Komplettreinigung gehören unsere Körper wieder uns allein. Sicherheitshalber lassen wir noch die Ranger vom »Rainforest Center« an unserer Entdeckung teilhaben – es sind wirklich nur Blutegel. Die Aussichten sind natürlich weniger erfreulich – Dauerschäden behalten wir zwar nicht, aber den Juckreiz von den Bissen soll man angeblich noch einige Monate danach intensiv spüren. Die Ranger haben nicht zuviel versprochen! Mittlerweile verspüren wir doch ein stärkeres Bedürfnis nach Körperreinigung. So führt uns die Fahrt weiter auf einen Zeltplatz in Grafton. Auch die Sonne meint es dort gut mit uns – was den Egeln in unseren Klamotten zum Verhängnis wird. Bei brütender Hitze und greller Sonne gibt ein Vieh nach dem anderen auf und fällt als Dörrobst aus den Textilien. Wir sind zwar keine Sadisten – aber irgendwie lässt dieser Anblick eine gewisse Befriedigung in uns aufkommen. Jetzt haben wir uns erstmal ein leckeres Guinness verdient...

16.2. – Was für ein Ausblick!?!
Heute weckt uns zur Abwechslung mal die Sonne. Neuer Tag – neues Glück. Für heute nehmen wir uns die »Besteigung« des »Mt. Warning« (1156 m) vor. Vom Gipfel dieses Berges soll man angeblich den schönsten Blick Australiens genießen können. Das wollen wir uns natürlich nicht entgehen lassen! Obwohl das Bergchen nur reichlich 1000 m hoch ist, finde ich den Aufstieg schon recht anstrengend. Ein wenig klettern dürfen wir zum Schluss auch noch. Zu unserem Ärger haben sich die Wolken entschieden, heute mal in einer Höhe von ca. 700 m rumzuhängen, d.h. im Klartext: auf dem Gipfel haben wir eine umwerfende Fernsicht von 5 m. Naja – wenigstens waren wir mal oben.Auf der halben Strecke des Abstiegs begrüßt uns auch wieder die Sonne. Das Ziel unserer Tagestour ist die »Springbrook NP«. Unterwegs werfen wir noch einen kurzen Blick auf die »Natural Bridge«.

17.2. – Natur pur
Es ist 6.15 Uhr – die Sonne lacht! Zeit aus dem Schlafsack zu kriechen. Der »Springbrook NP« wartet mit zahlreichen wunderschönen Wasserfällen auf. Wir genießen den Tag mit kleineren Wanderungen in diesem herrlichen NP. Da dieses Schutzgebiet bei den Touristen kaum bekannt ist, bleiben wir fast den ganzen Tag ungestört inmitten dieses ruhigen Fleckchens Erde. Am späten Nachmittag fahren wir dann doch noch zu unserem geplanten Ziel »Lamington NP«. Bei »Binna Burra« übernachten wir auf einem netten Campingplatz.

18.2. – Schlangen!
Nach dem gewohnt reichlichen Frühstück nehmen wir den 25 km langen »Ship’s Stern Circuit« in Angriff – ein mit herrlichen Aussichten gespickter Treck im »Lamington NP«. Nicht nur das Wetter meint es gut mit uns, sondern auch die Natur will unseren EOS 300 eine Freude machen. So müssen wir mindestens eine Stunde unserer kostbaren Wanderzeit einer pubertären Python schenken,Schlange welche krampfhaft versucht einen riesigen Frosch zu verschlingen. Nach zahlreichen akrobatischen Übungen ihrerseits, das Tier ihrem Verdauungstrakt zu übergeben und unsererseits, die ganze Prozedur auf Film zu bannen, gibt das Reptil entnervt auf. Um den (Natur-)genuss noch etwas abzurunden, springt uns noch eine ausgewachsene Schlange der giftigen Sorte über den Weg – leider zu schnell für die Kameras. Weniger schnell, aber immer noch lästig nehmen wir wieder Kontakt zu unseren alten Freunden, den Blutegeln, auf. Da wir allerdings mittlerweile Profis auf diesem Gebiet sind (was die armen Tiere noch nicht wissen), genügt eine kurze Behandlung mit dem Salzstreuer, um den Kontinent um einige Exemplare dieser Gattung zu erleichtern. Am Ende der Wanderung muss ich leider feststellen, dass meine Wanderschuhe es langsam leid sind immer mit Füßen getreten zu werden. Ich befürchte sie stehen schon kurz vor der Aufnahme in die »Ewigen Jagdgründe«. Zur Ablenkung verwöhnen wir unsere eisernen Mägen (und anschließend unsere nicht weniger abgehärteten Nasen) mit einer ordentlichen Portion »Baked Beans«.

19.2. – Mt.Tibrogargan - »Berg des Todes«
Nach einer unruhigen Nacht, bedingt durch unsere liebeshungrig-lautstarken australischen Zeltnachbarn (muss wohl am Wetter liegen), Spinneführt uns der Weg heute über Brisbane nach Caloundra. Die Fahrt nutzen wir natürlich wieder für einige Abstecher. Ein gewaltiger Staudamm, der »Hinzedamm« ist unser erstes Ausflugsziel. Sehr beeindruckend – weiter geht’s. Schon von weitem sehen wir die Felsen der »Glashouse Mountains«. Da diese Steinklötze vollkommen unerwartet aus der Ebene aufragen, strahlen sie eine gewisse Anziehungskraft aus. Nicht umsonst ranken sich viele Aborigines-Legenden um diese Berge. Wir beschließen kurzfristig, den 925 Feet hohen Mt.Tibrogargan zu erklimmen. Der Aufstieg dauert zwar nicht allzu lang, aber etwas klettern müssen wir schon. Was für uns ein erbauendes Erlebnis ist, endet für meine Schuhe tödlich. Nach dem Abstieg beschließen meine Sohlen getrennte Wege zu gehen – was weder den restlichen Teil der Boots noch mich mit Begeisterung erfüllt. Naja – um auf andere Gedanken zu kommen, ist ein zufällig griffbereiter Ananasbauer der angrenzenden Plantagen bereit, uns über den Lebenszyklus dieser Pflanzen aufzuklären.

20.2. – Männerträume auf vier Rädern
Den Vormittag nutzen wir für ein ausgiebiges Sonnenbad kombiniert mit einigen Sprüngen ins tosende Meer. Zur Belohnung dafür gibt es einen ordentlichen Sonnenbrand kostenlos. Da wir am nächsten Tag der Sandinsel »Fraser Island« einen Besuch abstatten wollen, sind heute noch einige Vorbereitungen zu treffen. Mit unserem 2-radgetriebenen Fordi haben wir keine Chance auf diese Insel zu kommen.Sonnenuntergang Daher müssen wir uns in Rainbow Beach für ca. 90 A$ pro Tag einen Allradwagen ausleihen. Doch das ist diese Tour allemal wert. Einen Besuch von »Fraser Island« können wir allen nur dringendst empfehlen. Allerdings muss man sich schon mindestens 2 Tage dafür Zeit nehmen (am besten eine ganze Woche). Für unser Geld haben wir zum Glück statt des üblichen Spaßallradlers einen ordentlichen »Range Rover« bekommen – zwar schon etwas alt, aber ... bei den Motorgeräuschen und der riesigen Kiste schlägt jedes Männerherz höher. Genug des Abschweifens – neben einem Allrad benötigt man noch eine Aufenthaltsgenehmigung für die Insel. Die bekommt man bei der örtlichen Parkbehörde. Damit wir am nächsten Tag auch die ersten an der Fähre sind, fahren wir gleich bis »Inskip Point«. Dort genießen wir auf einem direkt am Meer gelegenen Zeltplatz einen phantastischen Sonnenuntergang. Ein Erlebnis, wie man es nur von schnulzigen Südseefilmen kennt ...

21.2. – Erste Hilfe
Mittlerweile (aber noch rechtzeitig) haben auch wir mitbekommen, dass in Queensland die Uhren eine Stunde nachgehen. Immerhin wollen wir heute nach »Fraser Island« übersetzen. Also suchen wir »Inskip Point« verzweifelt nach dem gut markierten und auffällig gestalteten Landeplatz der Fähre ab – Fehlanzeige.Fraser Island Wir lassen uns sagen, dass es reicht, seinen Blick auf der offenen See schweifen zu lassen, die Fähre zu entdecken und den vermutlichen Landeplatz des Wasserfahrzeugs zu erahnen. Irgendwann sucht dann schon der Kapitän ein schönes Plätzchen am Strand um anzulegen. So bleibt uns noch genügend Zeit für detaillierte Erkundungen der Gegend. Ein schwarzer Fleck am Strand erregt unsere Aufmerksamkeit. Bei näherer Betrachtung dieses Gegenstandes staunen wir nicht schlecht. Eine 1,50 m lange und ca. 100 kg schwere Meeresschildkröte hat sich scheinbar etwas zu weit aus dem Wasser gewagt, aber vermutlich haben die Kräfte nicht mehr für den Rückweg gereicht. Zusammen mit zwei weiteren Helfern transportieren wir das riesige Tier wieder zurück ins kühle Nass – ein dankbarer Blick der Schildkröte und schon ist sie verschwunden. Schön – die gute Tat für heute erledigt. Endlich kommt auch die Fähre. Wir setzen über und starten eine wilde Fahrt über den festen Sandstrand und durchs sandige Inland. Obwohl wir am Strand viel schneller vorankommen (aber wer will das schon im Urlaub), können wir nur die Route durchs Inland empfehlen. Erstens macht da das Autofahren viel mehr Spaß und zweitens hat man Gelegenheit ein ausgiebiges Bad in den warmen Süßwasserseen zu nehmen. Wir entschließen uns einen Sprung in den »Lake Birrabeen« zu wagen. Ich glaube, so wohl habe ich mich noch nie im Wasser gefühlt. Wer sich dieses Erlebnis entgehen lässt, ist selbst schuld. Nach einigen Stunden müssen wir uns dann doch von unserem klaren, einsamen Badesee trennen. Wir fahren noch bis »Waddy Point« und schlagen unser Zelt auf dem dortigen Campground auf. Dünenrutschen und abendliche Stranderkundungen gehören noch zu unseren Feierabendaktivitäten. Wenn wir uns nicht noch soviel für den Urlaub vorgenommen hätten, könnte man sich fast entschließen, einige Wochen hier zu bleiben. Phantastisch!.

22.2. – Hartnäckige Diebe
Heute heißt es schon 7.00 Uhr aufstehen und gleich losfahren. Wir müssen die Zeit nutzen, solange noch Ebbe vorherrscht und der Strandweg noch nicht geflutet ist. Schließlich soll es uns nichtDingo wie anderen Autofahrern ergehen, welche das Auto im Wasser stehen lassen mussten, da sie den Weg ins Inland nicht mehr erreicht haben. Obwohl das Wasser uns schon bedrohlich nahe kommt, sind wir noch rechtzeitig am Dünendurchgang – die einzige Chance, mit Auto den Strand zu verlassen. Obwohl wir noch einige weitere Süßwasserseen auf »Fraser Island« besuchen, finden wir keinen, der unserem Badesee vom Vortag das Wasser reichen kann. Dafür vertreiben uns die ortsansässigen Dingos etwas die Zeit. Wer ahnt schon, dass diese niedlichen Wildhunde dermaßen unverschämt sind, alles zu entwenden, was nicht niet- und nagelfest ist. Wir haben allerhand zu tun, um unseren Frühstückstisch zu bewachen. Leider ist unsere Mülltüte dann doch den räuberischen Attacken dieser Viecher zum Opfer gefallen – so lecker ist die nun auch wieder nicht!?! Gegen 16.00 Uhr verlassen wir diese phantastische Insel wieder. Wir geben unseren Jeep ab und bekommen dafür den Fordi zurück – alles noch heil. Immerhin hat der Rover seinen Durst auf der Strecke auf 17 Liter pro 100km beschränkt. Wir nutzen die Gelegenheit, heute noch mal auf dem schönen Fleckchen Erde von vorgestern zu übernachten – Südseeträume unvermeidlich.

23.2. – Einkaufsbummel im Testosteronshop
Nach den herrlichen Tagen in der Natur ist heute wieder mal ein Einkaufsbummel angesagt. In erster Linie benötige ich zwei Nachfolger für meine Ex-Schuhe. In Maryborough werde ich fündig. Ein Shop wie für’s Männerherz geschaffen - Outdoor pur! Ich habe Mühe Ingo zurückzuhalten. Kocher, Zelte (eher kleine Einfamilienhäuser), Messer und ähnliches Spielzeug aus Stahl., Angeln ... Ausgerüstet für mindestens ein Jahr Wildnis verlassen wir nach einigen Stunden widerwillig das Geschäft. Neben Regenhose, Kopflampe und Messer nehmen wir auch einige nützliche Dinge mit, wie z.B. eine neue Zeltstange für unsere lädierte Behausung und natürlich ein neues paar Wanderschuhe. Wir fahren über Childers und Gin Gin zum „Lake Monduran“. Dort finden wir einen sehr schönen (und kostenlosen) Platz zum Zelten. Leider können wir keinen Sprung in den herrlichen See wagen, da saisonbedingt aufgrund einer ansässigen, giftigen Algenart von solchen Abenteuern abgeraten wird. Wir trösten uns wieder mal mit reichlich Essen...

24.2. – Batman forever
Langsam pendeln wir uns auf 7.00 Uhr für’s Aufstehen ein. Unsere Fahrt führt uns durch Rockhampton zu den »Cammoo Caves«. Da das Wetter heute sowieso nicht so überwältigend ist, entschließen wir uns eine Tour durch die Caves zu buchen. Obwohl uns schon am Eingang der Höhle ein unangenehmer Geruch entgegenschlägt, wagen wir den Einstieg. Schon bald erkennen wir den Ursprung dieser Duftnote – tausende von Fledermäusen kleben dicht aneinandergedrängt über uns an der Decke. Hoffentlich hat keine Durchfall ... ! Die gute Frau vom Höhlenpersonal erklärt uns alles recht ausführlich und ist auch sonst recht gut drauf. Wir sind wieder draußen!Faulenzer Einmal tief durchatmen, ein paar Fotos von den halbzahmen Kangoroos (in Deutschland werden diese Dias natürlich als schwer errungene Schnappschüsse von wilden Tieren dargestellt) und weiter geht’s noch zu unserem Nachtlager in St. Lawrence.

25.2. – Erstmal machen wir gar nix...
... und anschließend ruhen wir uns davon aus. - Das schwülwarme Wetter hat uns eine unruhige Nacht beschert. Also fahren gleich früh nach Mackay und erholen uns am und im Pool eines sehr schönen Zeltplatzes. Den Nachmittag verbringen wir im Städtchen. Ein (penetrant) anhängliches Hundchen leistet uns auf dem ganzen Weg Gesellschaft – erst am frühen Abend können wir den Köter durch geschickte Manöver abhängen. Abends lassen wir es uns wieder mit reichlich Spaghetti und einigen Töpfen Wein unangemessen gut gehen.

26.2. – Hochwasser
Da es schon die ganze Nacht recht heftig regnet und sich der schon einige Tage anhaltende z. T. sehr starke Wind immer noch nicht gelegt hat, muss unsere am Vortag gebuchte Schnorcheltour am »Great Barrier Reef« leider ausfallen )-: Zum Glück bekommen wir wenigstens das Geld zurück. Frustriert steigen wir in den Fordi. Eigentlich haben wir geplant, noch weiter in den Norden vorzustoßen. Allerdings müssen wir erkennen, dass dieses Vorhaben aussichtslos ist. Großflächige Überschwemmungen haben sämtliche Straßen nördlich von Mackay unbrauchbar gemacht. Der Wetterbericht verheißt keine Besserung – im Gegenteil, die Lage soll sich noch verschlimmern (und das hat sie auch gemacht). Also bleibt uns nichts anderes übrig, als unsere Wege wieder Richtung Süden zu lenken. Die Route führt uns weg von der Küste über Clermont, Emerlad schließlich nach Springsure. Direkt neben einer (der?) Tankstelle dieses kleinen Städtchens finden wir einen phantastischen Zeltplatz. Mittlerweile stabilisiert sich das Wetter wieder (zum Glück auf trockenem Niveau). Am Lagerfeuer lassen wir den Tag mit einem großen Pott Tee ausklingen.

27.2. – Die Vögel
Ohrenbetäubendes Geschrei reißt uns aus dem Schlaf. Panikartig verlassen wir das Zelt um nach dem Rechten zu schauen. Den Anblick, welcher sich uns bietet, werden wir wohl nie wieder vergessen. Sämtliche Bäume auf dem kleinen Zeltplatz sind übersät mit den verschiedensten Arten von Papageien.Vogelparadies In farbenprächtigem Gezeter läuten diese wunderschönen Vögel den sonnigen Tag ein. So muss das Paradies aussehen! Natürlich ist ein Teil des Vormittags für eine kleine Fototour reserviert. Der Einzige, der sich dagegen wehrt, ist ein metallicblau glänzender Pfau, welcher Ingos Bein als Frühstück verzehren will. Mittlerweile hat er vermutlich gelernt, dass das doch kein Riesenwurm war. In der Nähe von Springsure genießen wir noch einige fotogene Aussichten, bevor wir mit Fordi über Rollestone auf einer unbefestigten Buckelpiste zum »Carnarvon NP« pilgern. Dort wird schnell noch das Zelt aufgebaut und anschließend starten wir noch eine 7,5-km-Wanderung zum »Boolimba Bluff«. Oben angekommen genießen wir die phantastischen Aus-(und Einblicke) in die »Carnavon Gorge«. Ein atemberaubend schöner Tag nähert sich dem Ende – dem Herrn sei gedankt.

28.2. – Nochmal Glück gehabt
Für den heutigen Tag haben wir uns eine 24-km-Wanderung vorgenommen. Der Treck führt uns erst ins »Amphitheater«, zum »Wards Canyon«, vorbei an »Cathetral Cave«, der »Art Gallery«, »Hellhole Gore« und wieder zurück. Ein Abstecher zum »Moss Garden« ist auch noch drin. Auf unserem Weg machen wir wieder mal Bekanntschaft mit einer Python (auf die ich fast draufgetreten wäre) sowie einer weiteren (unidentifizierten) Schlange, die sich mit einem Hechtsprung knapp an Ingos Bein vorbei ins Gebüsch stürzt. All dem nicht genug, werden wir noch mit einem mittelschweren Steinschlag beglückt – ein bisschen Abenteuer muss schon sein!?! Nichtsdestotrotz genießen wir diese geniale Wanderung mit allen Sinnen. Wir können sowohl diese Tour im Speziellen als auch einen Abstecher in den »Carnarvon NP« im Allgemeinen nur empfehlen.

29.2. – Genießen und bereuen
Mit Wehmut verlassen wir den NP und nehmen Kurs auf Roma. Leider können wir nicht ohne anzuhalten durch das Städtchen fahren, da unser Körper lebenswichtige Grundnahrungsmittel verlangt. Wir geben nach und verdrücken 6 Doughnuts – schlechte Idee. Nach ca. 3 Stunden lassen auch die Bauschmerzen wieder nach. Mittlerweile haben wir uns schon bis Surat geschleppt. Dieser kleine Ort lockt mit einem interessanten Museum über lokale Geschichte und einer kostenlosen Camping- und Duschmöglichkeit. Zelten darf man in der Nähe des Flusses (neben einem Weingut) und die Duschen finden wir nach einigem Suchen und Fragen direkt im Ort.

1.3. – Hi-Tech zum Anfassen
Wir starten 8.00 Uhr von Surat Richtung St. George, Nindigully, Moree, Narrabi zum »Mt. Kaputar NP«. Dieser NP lockt mit der größten Teleskopantennenanlage der südlichen Hemisphäre. Bevor wir uns allerdings zu diesem Anziehungspunkt begeben, fahren wir sehr aktiv sämtliche Lookouts des Parks ab - auf der Jagd nach Fotomotiven.Teleskop Um uns nicht Faulheit vorwerfen zu lassen, sind wir auch ab und zu mal für einen Schnappschuss ausgestiegen. Rechtzeitig vor Sonnenuntergang erreichen wir noch die gewaltige Antennenanlage. Die auf mehrere Kilometer verteilten riesigen Schüsseln geben ein beeindruckendes Bild ab. Uns wundert nur, dass nirgends ein Mensch zu sehen ist und auch die Spiegel nicht abgesperrt sind. So erkunden wir die Anlage fast bis ins Detail. Auch die zugehörige Ausstellung inkl. automatischer Videovorführung in einem kleinen Haus ist scheinbar durchgängig geöffnet. Warum nicht mal den Abend mit Bildung verbringen? Irgendwann gegen 22.00 Uhr schaltet sich allerdings das Licht aus. Da niemand Anstalten macht, uns von dem Gelände zu vertreiben, schlagen wir das Zelt 50m neben der Teleskopantenne auf und lassen uns vom gleichmäßigen Summen der Justierungsmotoren in den Schlaf singen ...

2.3. – Der Weltall, unendliche Weiten ...
Einen Sonnenaufgang ganz besonderer Art dürfen wir heute auf unsere Diafilme bannen. Die riesigen Teleskopschüsseln werden sanft durch die ersten Sonnenstrahlen in den erwachenden Tag begleitet. Schnell ist das Zelt zusammengepackt und weiter geht die Reise über Coonabarabran zum »Warrambungle NP«. Dort ist die Besichtigung des anglo-australischen Teleskopes angesagt – ein sehr empfehlenswerter Besuch! Die Ausstellung wartet mit sehr vielen interessanten Informationen zum Thema Himmelskörper u.ä. auf. Wir fahren noch zum »Blackman Camping Area«, um den Rest des Tages wieder mal zu duschen, zu gammeln und natürlich zu essen.

3.3. – Küchenmesser im Wald !?!
Heute ist mal wieder Bewegung angesagt. Unsere 15-km-Wanderung im »Warrambungle NP« startet um 8.15 Uhr. Was uns etwas erschreckt, ist die Tatsache, dass ein Teil des Trecks gepflastert ist – na ja, zum Glück geht dieser Highway bald in unwegsameres Gelände über. Unser Ziel sind die »Grand High Tops«. Auf dem Weg genießen wir phantastische Aussichten. Einen besonders spektakulären Anblick bietet das sogenannte »Bread Knife« – eine beindruckende Felsformation von enormer Höhe (im Verhältnis zu ihrer Breite).Bread Knife Ein Wunder, dass das Ding noch nicht umgekippt ist. Diese Wanderung wird auf alle Fälle mit in unsere Favoritenliste aufgenommen. Nachmittags verlassen wir dann aber doch den NP, um heute noch nach Dubbo zu fahren. Auf einem schönen Caravanpark lassen wir uns schließlich nieder. Ich brauche wohl nicht zu erwähnen, dass es auch heute wieder reichlich lecker Essen gibt. Unser Knoblauch- und Spagettiverzehr nimmt mittlerweile bedrohliche Ausmaße an (zum Glück wir – dank koordinierter Bewegungstherapien - noch nicht).

4.3. – Die Muse in uns erwacht
Direkt neben dem Caravanpark haben wir eine mittelgroße »Volkskunststube« entdeckt. Nach einigem Nachfragen beim Betreiber dieser Werkstatt, Mr. Lewis Burns, haben wir seinen Geschäftssinn geweckt. Er bietet uns an, unter seiner Regie unsere eigenen Didjeridoos herzustellen. Obwohl wir für ca. 4 Std. Eigenarbeit umrechnet 50 Euro (pro Blasrohr) bezahlen dürfen, ringen wir uns dennoch zu dieser Investition durch. Wann hat man denn schon wieder so eine Möglichkeit – und außerdem wollen wir doch diesen Ureinwohner unterstützen (obwohl dieser nicht gerade aussieht, als würde er am Hungertuch nagen). Trotz der schweißtreibenden Bearbeitung des Holzrohrs macht die Herstellung des Didjeridoos riesig Spaß. Eine kurze Einführung in die Kunst, dem Didjeridoo einige (mehr oder weniger) wohlklingende Töne zu entlocken, ist im Preis inbegriffen. Um unsere Volkskunstsammlung noch zu vervollständigen, kaufen wir auch gleich noch einige Jagdwaffen mit Rückkehrgarantie. Den Abend nutzen wir, zum Leidwesen unserer Zeltnachbarn, um unsere heute neu entdeckten musikalischen Fähigkeiten weiter auszubauen ...

5.3. – Mt. Beauty
Das schöne Wetter der letzten Tage setzt sich heute leider nicht fort.Musikstunde Bei mäßigem Regen fahren wir nach Parkes, um uns das 64 m durchmessende Radioteleskop etwas näher anzuschauen – sehr beeindruckend. Wir fahren weiter nach Grenfell, Young, Wagga Wagga, über Albury durch ein herrliches Tal bis nach Mt. Beauty (im »Alpin NP«). Die Landschaft ist einfach nur schön. Sie ähnelt irgendwie den bekannten europäischen Voralpengebieten. In der Nähe dieses Örtchens schlagen wir unser Zelt auf einem kostenlosen »Bushcampground« auf. Der Platz ist genial – direkt am Wald, anbei ein Fluss und genügend Ruhe und Platz für ein großes Lagerfeuer und ... natürlich für unseren Musikunterricht. Nach 665 km Autofahrt haben wir uns sicherlich etwas Entspannung verdient.

6.3. – Masttag
Am Morgen gönnen wir uns eine kurze 4-km-Wanderung durch dichten Wald um die nähere Umgebung um unsere Lagerstelle etwas genauer zu erkunden (habe ich so bei Karl May gelernt). Außerdem beruhigt das auch etwas unserer Gewissen bzgl. Bewegungsmangel der letzten Tage. Anschließend ist mal wieder eine kleine Einkaufstour in Mt. Beauty notwendig. Außerdem benötigen wir noch einige Informationen für unsere geplante Mt. Bogong – Tour. Vollgepackt brauchen wir uns nun keine Sorgen mehr machen womöglich zu verhungern. Den Nachmittag verbringen wir mit Sonnen, Lesen und Kekse essen bis zum Abwinken. Um etwas Stimmung in den Tag zu bringen, führt Ingo wieder mal Showkämpfe mit einheimischen Schlangen vor – ich bin begeistert. Vielleicht werden die Reptilien ja auch von unserem harmonischen Didjeridoospiel angelockt ?!?

7.3. – Blick über die Alpen
Gut gestärkt (d.h. noch vollgestopft vom Vortag) starten wir den dreistündigen Aufstieg zum 1986 m hohen Mt. Bogong. Endlich oben angelangt,Gipfel des Mt. Bogong nutzen wir auch gleich noch die Gelegenheit einen weiteren Lookout zu erwandern, der noch bessere Aussichten verspricht. Wir werden nicht enttäuscht – die Ausblicke über die australischen Alpen sind phantastisch! Obwohl es am Gipfel relativ kühl und windig ist, genießen wir das herrliche Wanderwetter. War schon der Aufstieg relativ anstrengend und schweißtreibend, ist das kein Vergleich zum Abstieg. Aufgrund des stark frequentierten Missbrauchs des Wandertrecks durch die organisierten Pferdetouren (selber laufen ist wohl zu anstrengend?), wurden zahlreiche Steine losgetreten. Der Abstieg zu Fuß wird also zur reinen Konzentrationssache, schließlich brauchen wir unsere Fußgelenke noch für weitere Touren. Nach 9 h und 24 km Wegstrecke erwarten uns wieder Tee, Bier, Spagetti und ein knisterndes Lagerfeuer...

8.3. – Kleine Alpentour
9.00 Uhr ist Abfahrt über Mt. Buffalo, Myrtleford, Whitfield, Mansfield hoch bis in den Skitourismusort Mt. Buller Alpine Village. Der Ort selbst hat für uns nicht allzu viel zu bieten: Skigeschäfte, Skischulen etc. – mag sein, dass es hier im Winter spannender ist, aber jetzt im Sommer...gähn. Natürlich scheuen wir keine Mühen und Anstrengungen, um den 1804 m hohen Mt. Buller zu besteigen (na gut – wir sind erst bei 1700 losgelaufen). Dafür ist das unsere bisher schnellste Bergbesteigung – nach 30 Minuten sind wir oben. Etwa 15 km unterhalb von Mt. Buller Alpine Village lassen wir uns auf einem gut gepflegten Picknickplatz nieder – zwar nicht fürs Zelten gedacht, aber zum Glück interessiert das hier niemanden. Wir haben noch ein wenig Zeit uns durch den 24iger Pack australischen Biers zu kämpfen. Trotz meiner Vorurteile muss ich eingestehen, dass die Australier ziemlich leckeren Hopfensaft zusammenbrauen. Nur Ingos Magen ist da etwas anderer Meinung – aber vielleicht waren auch die 3,2 Tonnen Chilly Con Carne zum Abendbrot etwas zu viel ...

9.3. – Summer in the city
An dem kühlen Morgen fahren wir gleich nach Mansfield. Dank moderner Radiotechnik in unserem Fordi erfahren wir, dass Melbourne dieses Wochenende mit dem Start in die neue Formel 1 Saison aufwartet. Bisher hat mich dieses kommerzielle Renngetöse zwar überhaupt nicht interessiert – aber warum nicht mal ausprobieren. Schließlich ergibt sich diese Gelegenheit nicht allzu oft. Also auf in die Großstadt! Der Besuch Melbournes bietet sich in der Hinsicht an, da unser kleiner Fordi doch langsam die Hufe hochklappt. Für die zahlreichen Kilometer Buckelpiste bei 100 km/h ist das Gefährt scheinbar doch nicht konstruiert. Zum Glück finden wir (nach einigem Suchen) auch eine Filiale unserer Mietwagengesellschaft. Ohne Probleme (und zusätzliche Kosten) bekommen wir einen Ersatzwagen – welch Freude: wieder ein Ford Festiva )-: Nach einigen Wochen Natur sind die ersten Stunden in der lärmenden City eine Tortur für uns. Es ist heiß, laut, stinkig und stressig. Als besonderes Problem stellt sich die Suche nach einem Nachtquartier heraus. Bedingt durch den Grand Prix sind so gut wie alle Youth Hostels etc. belegt (davon mal abgesehen, dass die Preise für Unterkünfte diese Woche etwa doppelt so hoch sind wie sonst). Schließlich ergattern wir doch noch zwei Betten im »Elisabeth Hostel« für 35A$ pro Person – keine Absteige, die man empfehlen könnte, aber was soll man machen. Auf unserer kleinen Sightseeingtour durch Melbourne sichern wir uns noch schnell die Karten für das freie Training (43 A$) am Freitag. Obwohl das Finale schon nicht schlecht wäre, entscheiden wir uns doch, nicht noch weitere 2 Tage unseres Urlaubs in der Großstadt zu verschwenden. Abends genießen wir die Vorzüge der modernen Zivilisation – Pizza Hut »Eat as much as you can«. Wir haben geschummelt und doppelt soviel gegessen. Das Motto: Bloß nicht bewegen, sonst platzt man.

10.3. – Motoren, Speed und heiße Mädels
Dank der zentralen Lage unserer Unterkunft sind wir schon 6.30 Uhr putzmunter. Wir checken fix aus, suchen uns ein Parkhaus für unseren neuen Fordi (schließlich wollen wir ja auch unserer Gepäck nach dem Rennen im Auto wiederfinden) und lassen uns mit der Tram zum »Albertpark« fahren. Ganz Melbourne scheint wegen dem Grand Prix auf den Beinen zu sein.Qantas Staff Ich muss zugeben, dass die Atmosphäre rund ums Rennen schon etwas Besonderes ist. Ringsumher sind aufheulende Rennmotoren zu hören, verschiedene Rennmaschinen und Oldtimer stehen zur genaueren Begutachtung auf dem Gelände umher und überall rennen die kurzgerockten Boxenluder und Quantas-Werbemädels einem über den Weg. Da muss die EOS 300 Schwerstarbeit leisten – natürlich wegen der Autos. Das freie Training ist auch recht interessant, genauso wie die anschließenden Showrennen. Das Wetter meint es gut mit uns – Hitze und Sonne pur. Das hat den Vorteil, dass man die extra angereisten deutschen Fans gut erkennt – das sind die mit den knallroten Köpfen und der 1m langen Zunge. Insgesamt ein sehr interessanter, aber auch ermüdender Tag. 16.00 Uhr kämpfen wir uns den Weg aus der Arena frei und verlassen so schnell wie möglich die Großstadt. Endlich draußen – was für eine Wohltat! Wir fahren noch bis Traralgon und lassen uns zwecks Übernachtung auf einem schönen Caravanpark nieder.

11.3. – Relax
Früh's fahren wir recht zeitig los Richtung Gippsland Lakes Park bis Loch Sport. Wir schauen uns ein wenig um – ganz ok – und schon geht’s weiter nach Paradies Beach (wo wir auch übernachten). Den restlichen Tag verbringen wir mit Infos sammeln, Lesen und vor allem Sonnen.

12.3. – New South Wales hat uns wieder
Unser Frühstück nehmen wir nach kurzer Fahrt in Sale ein. Weiter geht’s nach Bairnsdale. Es ist Sonntag und zum Glück haben wir etwas Zeit für einen Gottesdienstbesuch – leider habe ich kaum etwas verstanden. Aufgrund des trüben Wetters entschließen wir uns für die Weiterfahrt via Buchan, Suggan Buggan bis nach New South Wales. Kurz nach der »Landesgrenze« lassen wir uns auf dem ersten Campingarea direkt am Snowy River nieder. Ein ausgiebiges Bad im Fluss belebt nach der vielen Fahrerei den Körper wieder– einfach phantastisch. Mit reichlich Essen, ein paar Bierchen und einem großen Lagerfeuer lassen wir den Tag ausklingen ...

13.3. – Basislager 1
Dank der reichlichen Fütterung des vorabendlichen Lagerfeuers haben wir heute früh noch Glut – gute Gelegenheit für ein paar Toastbrotschnitten. Ein erfrischendes Bad im Fluss lässt den nötigen Hunger aufkommen. Gut gestärkt fahren wir zum Kosciuszko NP. Auf dem ruhigen Campsite Nqarigo installieren wir Basislager 1. Da wir schon die letzten Tage relativ inaktiv waren, wollen wir es heute auch nicht übertreiben. Lesen, essen und gammeln ist angesagt... schließlich wollen wir morgen den höchsten Berg Australiens bezwingen!

14.3.2000 – Gipfelstürmer
Majestätisch ragt das Bergmassiv des Mt. Kosciuszko (2228 m) vor uns in die Höhe (na ja, ein wenig viel Phantasie braucht man schon dafür). Um der Besteigung wenigstens einen kleinen sportlichen Reiz abzugewinnen, verzichtenNatur pur wir darauf uns mit der Seilbahn bis auf 2000 m fahren zu lassen. Wir starten die 22-km-Tour vom 1500 m hoch gelegenen Touri-Örtchen Thredbo. Dank des mit Eisengittern ausgelegten »Wanderwegs« wären vielleicht Joggingschuhe angebrachter gewesen als Wanderstiefel (diese sehen allerdings anspruchsvoller aus). Aber wann hat man als normaler Mensch schon wieder mal die Chance den höchsten Berg eines Kontinents zu erklimmen? Wenigstens weht auf dem Berg ein dermaßen starker Wind, dass wir uns an der Gipfelstange festhalten müssen, um nicht aus dem Gipfelfoto zu fliegen. Nach insgesamt 5 Std. sind wir wieder am Ausgangspunkt. So bleibt uns noch genügend Zeit um bis nach Khancoban zu fahren und auf einem sehr schönen Fleckchen Australien bei Bradneys Gap unser Nachtlager einzurichten.

15.3. – Wasserkraft pur
Der Morgen zeigt sich heute von seiner kühlen, aber sonnigen Seite. Unser Tagesziel ist die Stadt Cooma. Zwischendurch wollen wir uns aber wieder etwas Allgemeinbildung angedeihen lassen. Die Besichtigung des Wasserkraftwerks »Tumut 2« steht auf dem Programm. Mit der Einfahrt tief in das Bergmassiv beginnt die sehr interessante Führung. Der größte Teil der Wasserrohre ist von außen überhaupt nicht sichtbar – fast alles passiert hier unterirdisch. Auch die riesigen Turbinen (zumindest der Teil, den man sieht) sind ziemlich beeindruckend. Wir haben noch die Gelegenheit zahlreiche andere technische Dinge und Informationsräume zu besichtigen, bevor der Berg uns wieder freigibt. Die Sonne empfängt uns mit ihrer ganzen Kraft.

16.3. – Wadbilliga National Park
Dank genialer Tagesplanung fahren wir bei sehr schönem Wetter zum Wadbilliga NP. Unsere kleine 6-km-Wanderung zu den Tuross Falls und den Cascades starten wir dann im Regen ... diese beiden Ausflugsziele sind sicherlich nicht schlecht – bei schönem Wetter. Weil’s so schön war, entschließen wir uns auch gleich im NP zu übernachten.

17.3. – Die-Drei-an-einem-Tag-Nationalpark-Tour
Ha – wer sagt’s denn! Wir nutzen den prächtigen Sonnenschein, um noch mal zu den Cascades zu laufen – schon besser. Wir wollen jedoch nicht den ganzen Sonnentag mit Bewegung verschwenden und holen uns bei einem ausgedehnten Bräunungsversuch einen ordentlichen Sonnenbrand ab. Gut durchgebraten fahren wir zum Deua NP, wandern fix zum »Big Hole«, einem 110 m tiefen Loch mitten im Wald, und starten durch bis zum Morton NP. Der Wog Wog Camping Area lädt zur Übernachtung ein – also bleiben wir. Uns bleibt noch etwas Zeit, um die etwas durchlässigen Zeltnähte wieder auf Vordermann zu bringen. Der Regen der letzten Tage war doch etwas zuviel für unsere Behausung.

18.3. – Ford: Qualitätskontrolle: bestanden
Bewegung tut Not. Eine 18-km-Tour zu einem kleinen Bergchen soll Abhilfe schaffen. Nach einigen Stunden Wanderung durch unzählige Schlammlöcher und fast undurchdringliches Gebüsch schleppen wir uns total verdreckt und zerkratzt wieder zum Zeltplatz. Dieser hat sich mittlerweile zum Parkplatz für zahlreiche Autos verwandelt. Wir packen schnell unseren Kram zusammen und flüchten zum Bungonia NP. Die Fahrt dorthin ist schon ein Erlebnis für sich. Ein Wunder, dass der neue Fordi bei der extremen Gravel Road nicht gleich alle Viere von sich gestreckt hat. Wir übernachten auf dem Zeltplatz direkt am Eingang des NP’s (was anderes bleibt uns dort auch nicht übrig). Der Vorteil dieses Campgrounds – eine riesige, rustikale Küche/Aufenthaltsraum mit integriertem Kamin.

19.3. – Erlebniswanderung Canyonklettern
Nach einem sehr ausgedehnten Frühstück starten wir 9.00 Uhr eine 10-km-Wanderung im Bungonia NP. Für den Abstieg entscheiden wir uns zugunsten des rot markierten Trecks. Dieser führt uns (fast) direkt in den 400 m tiefer liegenden Canyon. Es ist zwar eine ganz schöne Kletterei - jedoch nur anstrengend, nicht gefährlich. Die Kletterparty durch den Canyon ist einfach nur genial. Wir hatten selten soviel Spaß beim Wandern! Nach der Durchquerung heißt es jetzt wieder 400 m nach oben. Auf engen Serpentinen starten wir die Tortur bei brütender Hitze. Obwohl sich auf dem Anstieg sicher einige Liter Wasser den Weg durch unsere Poren bahnen, genießen wir diese Anstrengung mit allen Sinnen (Anmerkung: Wir sind nicht masochistisch veranlagt!). Wer sich diese Wanderung entgehen lässt, muss sich damit abfinden wirklich was verpasst zu haben! Oben angekommen erwartet uns auch schon ein heftiges Gewitter. Trotz leichten Dauerlaufs können wir es nicht vermeiden, dass der Wasserspiegel in den Schuhen unaufhaltsam steigt – und dabei sind die Füße noch die trockensten Stellen an unserem Körper. Jetzt kommen erst die Vorteile des Kaminzimmers richtig zum Tragen! Da wir, umsichtig und konzentriert wie wir sind, das Zelt heute mal nicht richtig verschlossen haben, hängen wir unsere durchnässten Schlafsäcke gleich mit neben den Klamotten am Kamin auf. Was wir, dank integrierter Küche, den restlichen Tag veranstalten, brauche ich wohl nicht extra zu erwähnen ...

20.3. – Waterworld
Es scheint, dass sich an das Gewitter vom Vorabend gleich noch ein Dauerregen angeschlossen hat. Wir fahren nach Goulbourn und anschließend zu den Wombeyan Caves.Höhlenimpression Die Gelegenheit ist günstig – unter der Erde regnet es wenigstens nicht so stark. Da irgendwie kein Guide Lust hat uns durch die Caves zu begleiten, dürfen wir allein die Höhlen erkunden. Viel Neues haben wir aber trotzdem nicht gefunden. Wahrscheinlich war doch schon der eine oder andere Tourist hier unten )-: Nach unserer Erkundungstour fahren wir noch ca. 20 km und stellen unserer Zelt in irgendeiner Pfütze auf (trockene Plätze gibt es mittlerweile eh nicht mehr). Keine Chance unsere Sachen trocken zu bekommen.

21.3. – Diätprogramm
Die Luftfeuchtigkeit ist immer noch recht hoch, d.h. es schüttet schon die ganze Nacht hindurch. Erstaunlicherweise ist das Zelt noch so gut wie trocken (zumindest von innen). Die Route führt uns heute via Oberon nach Bathurst. Angeregt durch den Namen der Stadt begeben wir uns auf Nahrungssuche. Pizza Hut bietet wieder mal Rettung – nach einigen Stunden intensiver Energiezufuhr schleppen wir uns mit Magenkrämpfen zum Auto. Mittlerweile kennen wir unseren Körper schon besser. Kein Grund zur Sorge – nach ca. 120 Minuten lässt der Schmerz wieder nach und nach 3 Stunden sind erste Bewegungen wieder möglich. Wir übernachten auf einem Campingplatz in Bathurst. Bei Regen ist das gebotene Kulturprogramm in Form von TV eine willkommene Abwechslung.

22.3. – The Race
Scheinbar kann uns die Sonne nicht mehr so richtig leiden – oder positiv gedacht: Die Wolken und der Regen können von uns gar nicht genug bekommen. Wir schauen uns ein wenig in Bathurst um. Die Stadt sieht sich selbst als ein Zentrum des Rennsports. So nennt sie auch eine Motorrennstrecke ihr eigen. Wir haben Glück, denn für heute hat sich ein Oldtimerclub die Strecke gemietet und veranstaltet eine Highspeed-Racingveranstaltung. Mit fast 40 km/h quälen sich die Autos den Berg hinauf – runter geht’s dafür schneller. Trotzdem ein interessanter Lichtblick bei diesem S..wetter. Nachmittags statten wir einer Eukalyptusfarm einen Besuch ab. Ganz nett – besonders da es langsam Zeit wird, an die Souvenirs zu denken. Unser Zelt schlagen wir in der Nähe von Hampton irgendwo im Wald auf.

23.3. – Kanangra Walls
Die Schadenfreude treibt mich heute aus dem Schlafsack – Ingo wird 28 und ist damit der Rente schon wieder ein ganzes Stück näher gerückt. Wir fahren gleich früh Richtung »Kanangra Walls«, um dort erstmal richtig zu frühstücken. Bei relativ schönem Wetter genießen wir eine geniale Wanderung mit phantastischen Ausblicken. Seit langem haben auch die beiden EOS wiedermal richtig zu tun. Leider zieht es gegen Mittag hin schon wieder zu und wir fahren, mit Zwischenstop bei den »Jenolan Caves«, nach Blackheath. Bei »Perry’s Lookdown« stellen wir das Zelt auf (unterstützt von strömendem Regen). Nach etlichen Versuchen und Stunden später gelingt es uns sogar (mit nur wenigen künstlichen Tricks) ein gewaltiges Lagerfeuer zu entfachen – was soll schon ringsum anbrennen (bei 193% Luftfeuchtigkeit).

24.3. – Lookout-Tour
Heute fahren wir nahezu sämtliche Lookouts (»Three Sisters« etc.) in den Blue Mountains ab, um wenigstens das Gefühl zu haben dabei gewesen zu sein. Immerhin finden wir auf den Parkplätzen immer noch kleine Lücken für den Fordi (zwischen den tausend Reisebussen). Ansonsten sind die Lookouts schon zu empfehlen (wenn man den Anspruch auf ein Naturerlebnis mal etwas zurückstellt). Am Nachmittag fahren wir via Springwood, Windsor nach Colo.

25.3. – Amphibienfahrzeug Made by Ford
Für den Vormittag verordnen wir unseren Körpern zur Abwechslung mal wieder etwas Bewegung. Bei leicht trübem Wetter wandern wir den »Bob Turner Treck« ab. Von vereinzelten Blutegelattacken mal abgesehen gibt es keine weiteren Zwischenfälle. Um uns von dieser Anstrengung zu erholen springen wir anschließend gleich in unseren Luxusschlitten und fahren zum »Weeny Creek Camping Area«. Allerdings muss der Fordi vorher noch ein kühles Bad bei der Flussdurchquerung über sich ergehen lassen (wenigstens sind die Türen dicht). Das Zelt stellen wir direkt neben dem Fluss auf – einen schöneren Platz gibt es kaum. Von Fraser Island mal abgesehen, würde ich diesen Lagerplatz zum Besten unserer ganzen Reise küren. Es ist grün, ruhig und man sitzt mitten in der Natur. Das müssen wir erstmal richtig bei einem Lagerfeuer, Essen und Bier genießen.

26.3. – Nur nicht überanstrengen!
Endlich wieder Sonne pur! Wir unternehmen eine kleine Wanderung am Fluss entlang und erholen uns den restlichen Tag davon. Der Fluss lädt zum Baden ein und die Sonne wartet auch schon sehnsüchtig darauf, unseren Körpern eine australientypische Farbe zu verpassen (nicht umsonst heißt er der rote Kontinent). Weil es uns hier so gut gefällt, bleiben wir noch eine Nacht hier – schließlich sind wir ja im Urlaub (noch).

27.3. – Urlaubsendpanik
Nach anfänglichem Frühnebel gewinnt die Sonne die Oberhand. Wir fahren nach St.Albans, Wisemans Ferry, Woy Woy, Gosford und schließlich bis nach The Entrance (wo wir schon mal am 8.2. gestoppt haben). Wir entscheiden uns auch für den gleichen Zeltplatz (der Mensch ist eben doch ein Gewohnheitstier). Langsam aber sicher kommt die unangenehme Urlaubsendpanik auf. Doch wir tragen den Schmerz mit Würde.

28.3. – Das große Gammeln
Wir haben uns so langsam ans Nichtstun gewöhnt und verbringen deshalb den Tag mit Baden, Sonnen und Essen. Allerdings müssen wir zu unserer Verteidigung erwähnen, dass wir uns doch noch abends ins Auto gesetzt haben und noch 30 km bis zum »Freemanns Park Camping Area« gefahren sind. Schließlich braucht das Auge etwas Abwechslung.

29.3. – Olympia 2000
Nach dem rituellen Abbaden im herrlich warmen Südpazifik führt uns die letzte Fahrt (mit dem Fordi) zurück nach Sydney. Im Caravan Park des Lane Cave NP (nur einige Kilometer von Sydney entfernt) dürfen wir unser Gepäck für einen Tag unterstellen. Anschließend geht’s auf in die City. Da wir uns das Zentrum selbst für den kommenden Tag vorgenommen haben, fahren wir recht schnell weiter zum Olympiapark. Den restlichen Tag verbringen wir mit der Besichtigung der Sportanlagen (zumindest derer, für die nicht extra Eintritt verlangt wird). Schon ziemlich eindrucksvoll, doch leider werden wir zur Eröffnung der Spiele schon wieder in Deutschland sitzen )-: Am nächsten Tag müssen wir uns vom Fordi trennen. Deshalb fahren wir schon am späten Abend zum Airport und übernachten ein letztes Mal in unserer Limousine (auf dem Parkplatz des Flughafens).

30.3. – Sightseeingtour
Erstaunlicherweise halten sich die erwarteten Schmerzen nach einer Nacht im Auto in Grenzen. Nichtsdestotrotz müssen wir uns heute früh von dem Wagen trennen. Wir sind etwas verwundert, dass das Auto ohne jegliche Beanstandung zurückgenommen wird. Wenigstens haben wir es vorher noch gründlich waschen lassen – schließlich braucht ja nicht jeder (vor allem nicht die Mietwagengesellschaft) zu wissen, dass wir das Gerät über die Gravel Roads gejagt haben. Mit dem Bus fahren wir anschließend ins Zentrum von Sydney. Wir genießen den phantastischen Ausblick vom Sydney Tower, bummeln etwas im Hyde Park und in der City umher und investieren natürlich noch etwas in den Aufbau von Körpermasse (beim Chinesen). Abends fahren wir mit der S-Bahn zum Caravan Park, holen unsere eingelagerten Sachen ab und fallen erschöpft in die Schlafsäcke (obwohl – bei der Hitze eher darauf).

31.3. – Harbor Bridge, The Rocks, Opernhaus...
Der 3. Tag Sydney steht an. Wir spazieren gemütlich durch den Lane Cave NP bis zur Railway Station. Im Park wimmelt es nur so von Papageien und anderem Getier. Für die Australier scheint das nix Besonderes zu sein – auf sie machen die Papageien den gleichen Eindruck wie auf uns die Tauben und Spatzen.Opernhaus Sydney Naja – ich behaupte trotzdem, dass da ein kleiner Unterschied ist. In Sydney beglücken wir heute die Harbor Bridge, The Rocks, das Opernhaus, den Botanischen Garten und die Monorail mit unserer Anwesenheit. Ein weiterer Höhepunkt des Tages ist der Besuch des »Sydney Aquarium«. Der Eintritt ist zwar relativ hoch, aber sein Geld allemal wert. Geschafft von den vielen interessanten Eindrücken schleppen wir uns wieder zum Zeltplatz. Hier wird uns erst richtig bewusst, dass heute unser letzter Urlaubstag in Australien ist. Einige Flaschen leckeren Weines gepaart mit würzigem Käse und Brot lindern unseren Wehmut. Der Weg ins Zelt wird mir wohl immer ein Geheimnis bleiben. Aber wenigstens habe ich es gefunden – im Gegensatz zu Ingo...

1./2.4. – Sightseeingtour
Trotz der bevorstehenden Abreise lassen wir uns den Appetit am Frühstück nicht nehmen. 11.00 Uhr ist es dann doch soweit – wir brechen Richtung Airport auf. Gerade noch festen australischen Boden unter den Füßen und schon sind wir dabei diesen herrlichen Kontinent wieder zu verlassen. 15.40 Uhr startet unser Flugzeug in Sydney, 1.45 Zwischenlandung in Bangkok, 3.15 weiter nach London (15.30) und nach 1½ stündigem Aufenthalt geht’s schließlich nach Berlin-Tegel. Zum Glück werden wir von unseren lieben Freundinnen schon erwartet ... so können wir wenigstens vorübergehend den Schmerz über das Ende dieses Traumes vergessen.


Der Autor, Ulf Schreiter, Jahrgang 1972, war im Februar/März 2000 mit einem Freund im Südosten Australiens unterwegs. Weitere Reisen führten vor allem nach Neuseeland, Südafrika, Alaska/Canada und Chile. Ulf: »HERR, wie sind deine Werke so groß und viel! Du hast sie alle weise geordnet, und die Erde ist voll deiner Güter. (Psalm 104,24)«


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